Die Wichtigkeit von Pausen

Die Wichtigkeit von Pausen

Es ist nicht wirklich verwunderlich, dass die Basis der Jagdhundeausbildung der Fleiß des Hundeführers ist. Auch bei meinen Seminaren betone ich es immer wieder: Konsequentes, regelmäßiges Training und die große Anzahl an Wiederholungen einzelner Übungen sind der Schlüssel zum Erfolg. Was vielleicht zu oft untergeht – und das auch gerade in der Zeit von Facebook & Co, wo im Minuten-Takt Fotos von Übungen und Erfolgen eintrudeln – ist die große Wichtigkeit von Ruhepausen.

Der Welpe und seine Kapazitäten

Insbesondere wenn ein Junghund einzieht sind die Ambitionen zu Anfang groß: Er soll ja so viel wie möglich erleben, heißt es gemeinhin. Also direkt mal das Wochenende für einen Rundumschlag nutzen: Wildgewöhnung, Autofahren, Spaziergänge, erste Sitz/Platz/Bleib-Übungen, Nasenarbeit, Welpen-Spielstunde… für einen Welpen ist so ein voller Terminkalender eine große Reizüberflutung, bei der die Schotten irgendwann dichtmachen – der Lerneffekt sinkt dann rapide ab. Daher ist hier die goldene Regel: Je jünger ein Hund, desto kürzer die Trainingseinheiten und desto länger die Pausen. Nach einer Phase der Konzentration, die bei einem Welpen nur wenige Minuten lang sein sollte, folgt eine Phase der Erholung.

Bei besonders prägenden Ereignissen wie beispielsweise der ersten Begegnung mit einem kalten Fuchs, der ordentlich gebeutelt wird, empfiehlt es sich durchaus den Welpen direkt danach in die Box zu packen – wo er in Ruhe das Erlebte verarbeiten kann. Nach einer Aufgabe, bei der er sich konzentrieren muss (beispielsweise die Arbeit auf dem Placeboard), folgt ein leichtes Spiel oder Streicheleinheiten. Diese Wechsel zwischen Aktivität und Passivität, Erregung und Ruhe sind für den jungen Hund enorm wichtig.

Nach fest kommt ab

Für die komplette Ausbildung des Hundes, egal ob jung oder alt, gilt: Zwischen den einzelnen Trainingseinheiten sind Ruhepausen Pflicht. Ich habe das Glück, immer mehr als einen Hund dabei zu haben. So können sie abwechselnd z.B. im Apport trainiert werden: Ein Hund arbeitet, einer kann sich im Auto auszuruhen oder mit dem Hundehalter/Helfer einen kleinen Spaziergang machen. Die Trainingseinheiten sind dabei am Stück bestenfalls nicht länger als 5 min, dann kommt wieder eine kurze Ruhephase oder die Aufgabe wird gewechselt.

Ein Hund baut schnell Konzentration ab, und nach fest kommt gerne mal ab: Der Vierbeiner blockiert bzw. verweigert immer mehr die Arbeit. Daher ist es sehr wichtig, die Trainingseinheit mit einem Erfolg zu beenden… also aufhören, wenn es am schönsten ist. Das ist eine Sache des Timings und nicht ganz einfach, denn gerade wenn es gut läuft möchte man „noch mehr rauskitzeln“ – tut damit aber weder sich selbst noch dem Hund einen Gefallen.

Lernen wie im Schlaf

Zwar ist der Schlaf immer noch nicht ganz erforscht, aber eines ist klar: Er spielt beim Lernen eine enorm wichtige Rolle. Erlebtes wird im Schlaf in die richtigen Schubladen sortiert und gefestigt. Daher: Dem Hund seinen Schlaf gönnen und längere Pausen einbauen, in denen er sich ordentlich erholen und sein Gehirn das Erlernte richtig verarbeiten kann. Gerade beim Welpen und Junghund wird das in der Hektik des Alltags oft unterschätzt.

Gerade jetzt für die Osterzeit gilt also: Freizeit fleißig für das Training nutzen, aber es nicht übertreiben! Dösen auf der Couch ist also auch erlaubt 😉

In diesem Sinne:

Frohe, besinnliche und stressfreie Ostern!

This png image - Green Easter Egg with Hearts PNG Clipart Picture, is available for free download

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.